.Unter einer Sucht leiden Angehörige oft mehr als Betroffene
 Dinge zu verheimlichen, die schon bekannt sind, fällt schwer und ist zudem sinnlos. Warum versuchen es Menschen trotzdem? Vielleicht  weil sie falsche Scham empfinden und Dinge vor sich selbst verheimlichen wollen. Das Verdrängen und der Wunsch, Tatsachen nicht zu erkennen,  sind zusammen mit falsch empfundener Scham oft der Grund, weshalb  Angehörige von Suchtkranken nichts unternehmen, wissen die Mitglieder  des »Freundeskreises Wetterau«.

 »Angehörigengruppe« im  »Freundeskreis Wetterau«. (Foto: Stephan) Die Angehörigen bleiben meist  allein, während den Suchtkranken zahlreiche Hilfsangebote verschiedener  Organisationen offenstehen. Helga Kretschmer vom »Freundeskreis« weiß  allerdings: »Sucht ist eine Familienkrankheit.« Oft leiden die  Angehörigen mehr unter der Sucht als die Betroffenen selbst. Deshalb  bietet der gemeinnützige Verein neben gemischten Gesprächsgruppen für  Suchtkranke und Angehörige auch Termine nur für Angehörige an. Hin und  wieder seien es auch die Ehepartner, die zuerst den Weg in die Gruppe  finden und später den Erkrankten nachziehen. 

Nachbarn reden schon darüber

In vielen Fällen ist die Sucht als solche in der Familie noch gar nicht  erkannt. Weil man es nicht sehen will, es verdrängt. Die Nachbarn reden  schon darüber, doch die Angehörigen versuchen noch, sich selbst und der  Welt etwas vorzugaukeln. Wenn sie es sich letztlich eingestehen müssen,  sorgt die gesellschaftliche Tabuisierung dafür, zu schweigen. Dabei ist  gerade das frühzeitige Erkennen der Situation, der offene Umgang und das Ausbrechen aus dem gesellschaftlichen Tabu so wichtig für alle  Beteiligten. Oft kann dem Ehepartner und den Kindern auf diese Weise  viel Leid erspart bleiben, bestätigen die Mitglieder der Gesprächsgruppe.

Wer sich nicht sicher ist, ob ein Angehöriger suchtkrank ist, kann erst  einmal eins der Gruppengespräche besuchen und sich dort aufklären  lassen. »Nichts, was hier gesprochen wird, verlässt den Raum«, lautet  eine der wichtigsten Regeln im »Freundeskreis«, sodass niemand sich  scheuen muss, die Mitglieder unverbindlich um Rat zu fragen.

In  den Gesprächsrunden können die Teilnehmer ihre seelische Last abladen,  Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig mit Rat und Tat  unterstützen. Den Angehörigen Kraft geben für den Kampf gegen die Sucht  des Partners oder der Eltern, ihnen zeigen, dass sie mit ihrem Problem  nicht alleine sind und vor allem, dass sich ihr Problem nicht von selbst lösen wird, steht im Vordergrund der Veranstaltungen.

Niemand wird allein gelassen

Der Name des Vereins »Freundeskreis« ist Programm: Niemand soll mit seinen  Problemen allein gelassen werden. Auch wenn der Partner zur Behandlung  längere Zeit außer Haus ist, bleiben die Angehörigen nicht allein,  sondern finden im »Freundeskreis Wetterau« Hilfe.


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