Selbsthilfegruppen sind selbstorganisierte Zusammenschlüsse von Menschen, die ein gleiches Problem oder Anliegen haben und gemeinsam etwas dagegen bzw. dafür  unternehmen möchten. Typische Probleme sind etwa der Umgang mit  chronischen oder seltenen Krankheiten, mit Lebenskrisen oder belastenden sozialen Situationen. Die Zahl der Selbsthilfegruppen in Deutschland  wird auf 70.000[1]-100.000 geschätzt. Laut dem telefonischen  Gesundheitssurvey[2] des Robert-Koch-Instituts 2003 waren etwa 9 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands schon einmal Teilnehmer einer  Selbsthilfegruppe. Fragt man danach, wie hoch der Anteil derer ist, die  zum Zeitpunkt der Befragung eine Selbsthilfegruppe besuchen, so liegt  dieser 2005 bei 2,8 Prozent[3].

Selbsthilfegruppen dienen im  Wesentlichen dem Informations- und Erfahrungsaustausch von Betroffenen  und Angehörigen, der praktischen Lebenshilfe sowie der gegenseitigen  emotionalen Unterstützung und Motivation. Darüber hinaus vertreten  Selbsthilfegruppen in unterschiedlichem Grad die Belange ihrer  Mitglieder nach außen. Das reicht von Öffentlichkeits- und  Aufklärungsarbeit über die Unterstützung von Forschungsprojekten bis hin zur politischen Interessenvertretung. Die häufigste Rechtsform von  Selbsthilfegruppen ist der eingetragene Verein. Selbsthilfegruppen ohne  Angabe der Rechtsform werden als Gesellschaften des bürgerlichen Rechts  (§§ 705 ff. BGB) behandelt, sofern sie nicht ein nicht-eingetragener  Verein sind.[4] Selbsthilfegruppen werden ehrenamtlich geleitet. Unter  bestimmten Voraussetzungen können Selbsthilfegruppen im Rahmen der  Selbsthilfeförderung nach § 20c des Fünften Sozialgesetzbuches die  Kosten für Büro, Räume, Öffentlichkeitsarbeit etc. erstattet werden.[5]