Freundeskreis-Wetterau Verein für Suchtkrankenhilfe

Endlich ohne Alkohol!:
Der einfache Weg mit Allen Carrs Erfolgsmethode

Eigentlich trinke ich zu viel. Und ich fange an, mich schon bei der Arbeit auf das Bierchen danach zu freuen (es sind dann allerdings eher drei bis fünf). Von Zeit zu Zeit trinke ich bewusst weniger oder gar keinen Alkohol, aber insgesamt steigt mein Konsum mit den Jahren beständig, wenn ich ehrlich bin. Im manchen Momenten trinke ich heimlich. Tue ich es nicht sowieso eher wegen der Wirkung? Der Gedanke, gar nicht mehr zu trinken, ist abwechselnd absurd und panikausauslösend. Eine Feier ohne Alkohol: unvorstellbar.
Ich hatte im Alter von Ende 20 mit dem Rauchen aufgehört, es mir aber nur aufgrund der Gesundheitsgefahren sozusagen verkniffen. Acht Jahre ging das gut, allerdings war ich unglücklicher Nichtraucher und voller Sehnsucht nach dem leider giftigen Genuss. Carrs berühmte, beim Lesen sehr nervige Nichtraucherbibel fiel mir erst viel später in die Hände, als ich schon wieder bei 30 Zigaretten täglich angelangt war. Er hat meine Sicht verändert: Ich verliere überhaupt nichts Positives, wenn ich das Rauchen lasse, sondern gewinne sehr viel. Das war die Wende.
Sollte das auch beim Trinken funktionieren? Meine Angst davor war viel größer. Denn jeder weiß, dass schon wenige Zigaretten schädlich sind, aber ein bisschen Trinken schadet doch nicht, oder? Wie also reduzieren? Oder doch ganz aufhören? Panik ...
"Endlich ohne Alkohol!" ist vermutlich - wie von anderen Rezensenten teils wohlwollend, teils hasserfüllt erwähnt - nicht geeignet für Leser, die praktisch gar nicht mehr nüchtern leben können. Dass für diese ein Ausstieg ohne ärztliche Betreuung lebensgefährlich sein kann, stimmt. Aber die Masse der Gewohnheitstrinker, stets mit Vorräten ausgestattet und trotzdem noch fern der Gosse, sollte das Buch unbedingt lesen, sofern sie dieses komische Gefühl, das ich beschrieben habe, wenigstens ab und zu beschleicht.
Ohne jede Willensanstrengung rauche ich seit sieben Jahren nicht mehr und bedaure alle, die es noch tun. Mit dem Trinken habe ich ebenso fröhlich aufgehört und fühle mich befreit wie selten zuvor. Wie gern würde ich dieses Gefühl anderen schenken können! Stattdessen kann ich Sie nur ermuntern, es zu versuchen. Das Risiko ist gering: 8,90 Euro und etwas Lesezeit. Niemand zwingt sie zu irgendetwas. Wenn Sie Carrs Argumente nicht überzeugen, trinken Sie eben einfach weiter. Bedingung ist aber: Seien Sie bei der Lektüre 1. offen und unvoreingenommen und 2. zu sich selbst ehrlich.